Von Geistern und Drachen.
Am späten Nachmittag fühlte ich mich glücklicherweise schon deutlich besser - ich hatte schon befürchtet, daß sich mein Zustand verschlechtern würde. Allerdings werde ich in der nächsten Zeit wohl besser darauf aufpassen müssen, mich nicht zu erkälten oder überanzustrengen. Zwar weiß ich nicht, wie die Dinge in der Heimat stehen - aber ich weiß auch nicht, wieviel Zeit uns (oder besser: mir) noch bleibt. Vielleicht ist auch schon alles zu spät; aber ich will nicht, ich darf nicht aufgeben.
So machte ich mich auf, um mehr über die Finsternis und Kälte hier am Grat der Welt von den Bürgern Termalaines zu erfahren. Ich beschloß, mich in die lokale Taverne zu begeben, die 'The Blue Clam' genannt wird. Sie ist nahe des malerischen Kais gelegen, was wohl den Namen erklärt; zumindest hoffe ich das. Dort angekommen spendierte ich den Einheimischen ein paar Getränke um ihre Zungen zu lockern, ehe ich meine Erkundungen einzuholen begann. Nach einer Weile geriet ich an zwei Fischer, die - gemeinsam mit den Umsitzenden - bereit waren, mir Näheres mitzuteilen. Sie erzählten mir, daß man hier im Eiswindtal Auril für die lokalen Licht- und Temperaturverhältnisse verantwortlich macht. Was nur allzu verständlich ist! Um die Göttin zu besänftigen ist es streng verboten, in der Nacht Feuer anzuzünden. Mir wurde mitgeteilt, daß dies die Methode von Termalaine sei; anderswo greife man zu anderen, radikaleren Methoden.
Es fiel mir schwer, mir nichts von meiner inneren Erregung anmerken zu lassen. Nach dem, was in Luskan geschehen ist...
Zurück also zu meinen Erkundungen in der Schänke. Scheinbar wurde bei einer Versammlung der Bürgermeister vom Eiswindtal festgestellt, daß die Frostmaid die Verantwortliche für die hiesigen Umstände sei. Leider konnten mir die Leute nichts Näheres darüber erzählen, wie die Bürgermeister zu diesem Schluß gekommen waren; mir wurde geraten, mich an den Bürgermeister des Ortes - einen gewissen Oarus Masthew - zu wenden, wenn ich mehr wissen wolle. Er halte sich üblicherweise im Gasthaus 'Eastside' (dem einzigen Gasthaus Termalaines) auf.
Zu diesem Zeitpunkt kam der Halbling Xilii in die Schänke. Auch er hatte darauf verzichtet, unsere restlichen Gefährten bei ihrer Reise nach Targos zu begleiten, und auf wer weiß welche Art den Tag verbracht. Bei seiner Ankunft in der Taverne wirkte er gehetzt und unruhig, und auf mein Nachfrage wollte er keine Antwort geben. Ich bin mir sicher, daß er etwas zu verbergen hat. Steckt er etwa mit denjenigen, die Ajteška auf dem Gewissen haben, unter einer Decke? Wir hätten den verräterischen Halblingen nicht vertrauen dürfen - und ich mache mir Sorgen, daß der kleine Barde sich vielleicht als ebenso verräterisch herausstellen könnte. Seine offensichtliche Übung darin, sich in einen Goblin zu verwandeln, mag sich noch als ein wichtiges Indiz herausstellen! Zwar hoffe ich nicht, daß dies der Fall ist - aber ich werde dennoch ein Auge auf ihn haben und auf alles vorbereitet sein.
Schließlich trafen unsere Gefährten in der Schänke ein und berichteten Xilii und mir von ihren Taten bei Targos. Dort hatten sie Klettern müssen, um eine Halblingsdame vor Yetis zu befreien. Das hätte ich gern gesehen! Scheinbar war die Kletterei nicht nach ihrem Geschmack. Jannus, der Menschenbarde, war dabei erkrankt. Wir einigten uns darauf, uns am nächsten Tag um die Mine Termalaines zu kümmern, von der Akola mir in Bryn Shander berichtet hatte.
Bald darauf begaben wir uns zur 'Eastside', um uns dort die wohlverdiente Rast zu gönnen. Man denkt zunächst, es handele sich um zwei Häuser; erst beim Zubettgehen merkte ich, daß die beiden Komplexe durch einen unterirdischen Gang verbunden sind. Unsere Zimmer befanden sich im Kellergeschoß - und es war ziemlich eisig dort unten, so ganz ohne Feuer! Ein Zimmer teilten sich der Halbling und Wilhelm von Sembia, das andere teilten sich Varis, Arovard, und ich selbst. Ich schlief traumlos und tief. Am nächsten Morgen - nach Sonnenaufgang - entfachte der Druide mit seiner Magie ein fröhliches Feuer in unserem Zimmer, an dem wir uns aufwärmten ehe wir das Zimmer verließen und uns auf die Suche nach Frühstück begaben. Was für eine wunderbare Magie die Natur doch den Druiden schenkt!
Der Duft von Porridge lockte uns in den Schankraum, wo wir Wilhelm antrafen. Der Kämpe war mitten in Verhandlungen mit einem Halbork, der sich als der Bürgermeister Oarus Masthew herausstellte. So einfach gestrickt Wilhelm auch oft zu sein scheint - ich muß zugeben, daß er sein Charisma erstaunlich geschickt einzusetzen versteht. Begierig nach Gold und mehr (offenbar waren ihm die 50 gp pro Person, von denen Akola gesprochen hatte, nicht genug!) brachte er Masthew dazu, zusätzlich einen magischen Ring anzubieten, "der warm hält". Vermutlich ein geringerer Zauber; es wird wohl ein ähnliches Stück wie Vaters Armband sein.
Bevor wir zur Mine aufbrachen teilte sich unsere Gruppe auf. Wilhelm, Xilii, und Arovard wollten mit der Stadtwache sprechen. Der genaue Grund dafür ist mir immer noch nicht klar - Arovard meinte, er hätte herausgefunden, daß Masthew politische Probleme mit der Stadtwache hätte. Weiters argumentierte er, daß der Bürgermeister in seiner Position unsicher sei, und es eventuell Probleme bei der Befehlsausführung geben könne - was er dahingehend interpretierte, daß wir womöglich nicht bezahlt werden würden.
Mir kommt das eigenartig vor - Arovard sprach weder mit Masthew selbst noch mit anderen Leuten im 'Eastside', und wich der Frage nach seiner Quelle aus.
Vielleicht bin ich durch die Ereignisse unserer Reise zum Grat der Welt zu mißtrauisch geworden, aber ich habe ein ungutes Gefühl. Ich erinnerte mich daran, daß Arovard auch schon Details unserer Expedition gegen die schlittenstehlenden Goblins gewußt hatte - noch bevor wir davon erzählt hatten! Was ist hier los? Wäre Arovard von der robentragenden Variante würde ich mir diese kleinen Ungereimtheiten mit Magie erklären - doch scheint er wie ich ein Waldläufer zu sein. Woher kommt also sein Wissen? Wie schon bei dem Halbling werde ich ein Auge auf Arovard haben. Die anderen in der Gruppe scheinen ihm uneingeschränkt zu vertrauen - doch ich werde auf mein Gefühl hören und ihn beobachten. Besser zu mißtrauisch als zu vertrauensselig und tot!
Jedenfalls brachen die Drei auf, um mit der Stadtwache zu sprechen um sicherzustellen, daß es in unserer Abwesenheit nicht zum Militärputsch kommt. Um ehrlich zu sein fand ich ihre Sorgen recht amüsant. Sind alle drei in den dichtgedrängten, stinkenden Städten des Südens aufgewachsen, daß sie sich solche Sorgen machen? In jedem Dorf gibt es unterschwellige Abneigungen - gerade was Führungspositionen angeht! Doch man hält zusammen; besonders in schwierigen Zeiten wie diesen hier. Die wohlmeinenden Aufmerksamkeiten von Fremden (wie wir es hier sind) werden wohl eher weniger dazu führen, seit Generationen gewachsene und gepflegte Vorurteile und Abneigungen aufzulösen. Und sind das überhaupt Angelegenheiten, die uns etwas angehen? Natürlich haben die Leute im Eiswindtal Abenteurer dazu aufgerufen, ihnen mit den lokalen Licht- und Temperaturproblemen zu helfen, und natürlich hat der Bürgermeister eine Belohnung auf die Befreiung der Mine von Kobolden ausgesetzt. Aber gibt uns das wirklich das Recht, uns in die Lokalpolitik einzumischen? Wenn Masthew ein guter Bürgermeister ist werden seine Taten für ihn sprechen. Wenn nicht, wird es einen neuen Bürgermeister geben. Sich Sorgen zu machen, daß wir - Schrecken aller Schrecken! - nicht bezahlt werden könnten ist kleinlich - ist es denn nicht unsere Ehre, die uns dazu bewegt, den Leuten in ihrer Not zu helfen? Außerdem übersehen derlei Sorgen, daß die Dorfbewohner sicherlich wissen, daß ihre eigene Ehre und ihr Ansehen davon abhängen, ob sie als ehrliche Geschäftsleute gelten - oder als Betrüger. Aber es ist nicht meine Aufgabe, den Südländern dies klarzumachen.
Der Druide Varis machte sich auf, die Familie eines verschollenen Minenarbeiters aufzusuchen, der kurz vor den Attacken der Kobolde verschwand - in der Hoffnung, mehr über die Mine und die Umstände des Verschwindens herauszufinden. Wenn ich von den Sitten zuhause ausgehe hat er der Familie auch gut zugesprochen; schließlich können die aufmunternden Worte eines Vertreters der Natur oft Balsam für die Seele der Hoffnungslosen sein.
Ich selbst suchte zunächst nach Akola; ich wollte sie informieren, daß wir uns des Minenproblems annahmen. Doch erfuhr ich, daß sie als Händlerin noch für längere Zeit abwesend sein wird - was schade ist, ihr Händedruck gefiel mir. Doch sie wird sicher anderweitig davon erfahren, daß wir uns zu helfen entschlossen hatten.
Unsere Gruppe traf beim 'Eastside' wieder zusammen; ehe wir aufbrachen wollte ich noch Masthew im Rathaus aufsuchen, in der Hoffnung daß er mir mehr über die Sache mit Auril erzählen würde. Wilhelm beschloß, mich zu begleiten. Offenbar hatten die überkandidelten Städter-Sorgen der Gruppe ihn dazu gebracht, sich zu fürchten daß der Mann während unserer Abwesenheit im Rahmen eines Militärputsches ums Leben kommen könnte und wollte ihn warnen. Masthew schien nicht viel auf diese Sorgen zu geben - und in der Tat, bei unserer Rückkehr war der Mann noch immer quicklebendig. Überhitzte Südländer!
Auf mein Nachfragen bezüglich der Angelegenheit mit der Frostmaid berichtete Masthew mir, daß von drei Orten im Eiswindtal bekannt war, die grausamen Menschenopfer für die Göttin eingeführt zu haben - in der Form von Lotterien! LOTTERIEN! Ich kann zwar verstehen, warum man auf die Idee kommt; aber bei Sehanine Mondbogen, Shaundakul, und allen guten Gottheiten der Menschen, Elfen, und Zwerge - wie grausam doch die Angst vor dem Kältetod macht! Die drei besagten Orte sind anscheinend Dougans Hole, Good Mead, und Targos. Mehr konnte ich nicht herausfinden, aber ich werde nicht lockerlassen. Bevor ich handeln kann muß ich erst die Fakten kennen. Ein Traum wäre hilfreich... aber die Götter lassen sich offenbar nicht reinreden was ihre oneiromantischen ...'Hilfestellungen' angeht. Aber egal! Masthew empfahl mir wiederum, mich an den Sprecher von Bryn Shander zu wenden ("die klügsten Leute der Gegend!", aber scheinbar nicht die ehrlichsten oder tüchtigsten). Das war ein wenig enttäuschend, aber nun ja - ich habe nicht erwartet, daß es einfach sein würde, mehr über die Probleme mit Auril zu erfahren. Natürlich wäre besser, wenn ich wissen würde, was genau ich eigentlich erfahren will - aber einstweilen sammle ich wohl am Besten einfach mal alles, was relevant erscheint. Ich wünschte, Onkel Jurij oder Ajteška wären noch am Leben - sie würden wahrhaftig nicht so planlos einherstolpern wie ich...
Schließlich machte unsere Gruppe sich auf den Weg zur Mine. Etwa eine halbe Stunde lang folgten wir einem leicht bergauf führenden Trampelpfad durch den Pinienwald, an dessen Seite sich hoch der Schnee türmte.
An unserem Ziel angekommen bot sich uns der Eingang in die Mine dar - davor war ein Wagen mit Resten grüner Quarzkristalle (womöglich Turmalin?), und auch ein kurioses Schild: in verschnörkelter Schönschrift (!) stand da "Nur Kobolde!", Interpunktion inklusive. Bizarr.
Und so betraten wir die Mine - Wilhelm von Sembia ging voran, auf seinen Schultern den Halblingsbarden Xilii, welcher wiederum eine Fackel trug. Ich muß zugeben, daß ich ein leichtes Schmunzeln unterdrückte; die Kameradschaft zwischen den beiden so unterschiedlichen Abenteurern berührt etwas in mir. Aber es tut nicht gut, so etwas deutlich zu machen - man kann ja nie wissen. Ich wünschte mir, ich wäre nicht so mistrauisch geworden; die lange Reise hier an den Grat der Welt hat mir offenbar etwas geraubt.
Vorsichtig erkundeten wir das oberste Level der Mine - und tatsächlich stießen wir schon bald auf zwei riesige Ratten! Doch machten diese uns keinerlei Probleme: Der Druide Varis Liadon verbrannte eine mit seinem druidischen Feuer, die andere wurde von einem meiner Pfeile durchbohrt. Anschließend verwandelte sich Varis in eine außerordentlich gewöhnlich und unansehlich wirkende Spinne - hervorragende Tarnung für unsere Umgebung! - und kroch los, um Erkundungen einzuholen.
Wir folgten seinen mit den Spinnenbeinchen gefuchtelten Gesten, und erreichten bald einen großen Raum, der offenbar als Werkzeugraum gedient hatte. Es fanden sich darin keine Kampfspuren; das Werkzeug lag herum, als wäre es fallengelassen worden. Wurden die Arbeiter vertrieben? Bei meiner kurzen Suche durch den Raum fand ich eine hübsch geschnitzte Hundefigur mit eingesetzten Turmalinaugen, die ich gleich einsteckte. Yeldar liebt Hunde, das Stück wird ein schönes Geschenk für ihn sein wenn ich nach Hause zurückkehre. Und sonst kann ich es im Notfall verkaufen, falls ich Geld brauche.
Varis in seiner Spinnengestalt führte uns weiter in die Mine hinein, zu einer Vorrichtung zum Runterlassen der Minenarbeiter in das nächste Level. Um ehrlich zu sein wurde mir etwas mulmig beim Betrachten davon; zwar leide ich glücklicherweise nicht an Höhenängsten, aber ich bin der festen Überzeugung, daß eine jede Person es sich lieber zweimal überlegen sollte, ehe man den eigenen Leib einer solchen (offensichtlich nicht unbedingt gepflegten und instandgehaltenen!) Vorrichtung anvertraut. Wahrlich, es beruhigte mich sehr, daß der Druide sich auf seinen acht Beinen nach unten aufmachte, acht Augen auf der Kontraption. Zwar bin ich mit den Fähigkeiten von Druiden, Tiergestalt anzunehmen, vertraut (...das Geseiere von Babuška "was du nicht alles verpasst, Yellen! Bemüh dich, Yellen! Das kann doch nicht so schwer sein, Yellen!" steht mir noch überaus plastisch in den Ohren...), aber in der Heimat habe ich noch nie eine so gleichermaßen praktische wie profane Anwendung miterlebt. Respekt!
Es stellte sich heraus, daß die Vorrichtung zum Herablassen der Arbeiter trotz ihres nicht gerade vertrauenerweckenden Aussehens voll funktionsfähig war, und schließlich waren wir alle hinabgekurbelt worden. Ich war froh, wieder festen Boden unter meinen Füßen zu haben...
Unten angekommen, versuchte ich, die Spuren zu lesen um herauszufinden, was in diesem Level der Mine geschehen war. Doch viel erfuhr ich dabei nicht - mehrere Spuren führten von und nach Westen, aber nur eine nach Norden. Wir begaben uns also Richtung Westen, wo wir schon bald auf zwei Kobolde stießen. Endlich! Die kleinen Kreaturen waren dabei gewesen, Nahrung zu sich zu nehmen; Pfeile flogen, einer der Kobolde schrie einen Namen ("Smel!") - und flugs änderte sich unser Plan. Dieser Smel sollte uns Auskunft erteilen, was hier geschehen war! Ich war zwar mit dem Beschluss nicht wirklich glücklich, senkte aber meinen Bogen und zog die Peitsche hervor, die ich (nicht ohne eine gewisse Eleganz!) mit einem gezielten Schlag um den Hals des Koboldes wickelte. Das Verhör konnte beginnen.
Die kleine Kreatur berichtete uns piepsend, daß sein Stamm von Yetis aus ihrer Heimat in Kelvin's Cairn verjagt worden war. Ihr Anführer, ein gewisser Trex, hatte sie in die Mine geführt; sein Plan war, die Mine einzunehmen, und dann gegen Termalaine einzutauschen. Offenbar waren Hunger (und Trex) die treibende Kraft hinter dieser Aktion gewesen.
Arovard drohte dem Kobold und hieß ihn, uns zu diesem Trex zu führen. Und so geschah es auch - mit dem Kobold sicher an der Leine meiner Peitsche. Sicher ist sicher.
Danach ging alles sehr schnell. Wir erreichten mit unserem unfreiwilligen Führer den Ort, an dem sich Trex und eine kleine Gruppe von Kobolden aufhielten. Trex war offenbar etwas besonderes - oder hielt sich zumindest dafür: aus Stöcken und Häuten hatte der Kobold sich ein paar "Drachenflügel" gebastelt, die er an seinem Rücken an einem Rucksack trug! Ich verkniff mir ein Knurren - einem Wesen, das einen Drachen nachahmt, kann man nicht trauen!
Meine Gefährten versuchten, mit Trex zu verhandeln und ihn auf friedlichem Wege dazu zu bewegen, die Mine aufzugeben. Doch es kam, wie es kommen musste - ein Kampf! Glücklicherweise sind Kobolde keine mächtigen Gegner, und Trex fiel.
Aber dann geschah das Unerwartete: eine nur unscharf sichtbare, ätherisch wirkende Gestalt schoß aus dem sterbenden "Drachen"-Kobold heraus! In heller Aufregung versuchten wir, das Wesen zu treffen - doch es war nicht leicht, ihm Schaden zuzufügen. Es schwebte in der Luft, schien noch während der Hektik des Kampfes eine Entscheidung zu fällen - und stürzte sich auf Wilhelm, den Kämpfer aus Sembia. Oder besser: stürzte sich IN Wilhelm hinein! Plötzlich änderte sich das Verhalten des Mannes deutlich. Er hielt im Kampfe inne, griff sich den Rucksack, den Drex getragen hatte, und wandte sich dann zu uns um. Wir sollten in die Siedlung zurückkehren - nun, da Drex tot war, gab es hier für uns nichts mehr zu tun. Die Art wie er sprach, war ...anders als sonst. Inzwischen hatte Xilii den Geistesblitz gehabt, mit Hilfe seiner Bardenmagie herauszufinden, ob an dem Rucksack etwas besonders war. Das Ergebnis war wohl offensichtlich, denn er rief uns aufgeregt zu, daß der Rucksack als eine Art von Anker für das Geistwesen diente, das wir gesehen hatten!
Als wir jedoch Wilhelm dazu aufforderten, den Rucksack auszuhändigen, wurde die Situation kompliziert. Er weigerte sich - und dann zog er seinen mächtigen Kriegshammer und griff mich an! Ich hatte immenses Glück, daß er seinen Hammer mit weniger Geschick als sonst zu schwingen schien - ich bin mir nicht sicher, ob ich das überlebt hätte. Während wir zurückwichen, hatte Varis schließlich die entscheidende Idee: er setzte den Rucksack in Flammen!
Mit dem Abbrennen des Rucksacks war der Spuk dann auch zu Ende. Wir ließen die überlebenden Kobolde fliehen. Wilhelm wirkte sehr verwirrt - und gleichzeitig auch verzweifelt? Er stammelte wirr vor sich hin, wie klar sein Denken gewesen sei, und daß er dieses Gefühl zurückhaben wolle. Der Arme musste von der kurzen Zeit, in der er von dem Geist besessen gewesen war, schwer mitgenommen worden sein. Trotz dessen, daß er mich angegriffen hat, habe ich Mitgefühl mit ihm; die Ereignisse hatten ihm schwer zugesetzt...
Und so machten uns auf den Weg zurück nach Termalaine - aber nicht, ohne uns zuvor noch daran zu versuchen, ein paar Turmaline aus den Wänden der Mine zu gewinnen! Ich stellte mich dabei ziemlich ungeschickt an und zerbrach diejenigen Stücke, die ich zu ergattern versuchte. Aber was soll's - die Splitter, die ich von meinen Mühen ergatterte, sind schön und könnten sich als Dekoration an einem Halfter gut machen. Zwar scheint es so, als würde ich hier in Icewind Dale nicht die Gelegenheit dazu haben, ein wenig Ruhe in der gewohnten Arbeit zu finden, aber es wird hoffentlich auch ein Danach geben.
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